Heute am 27. Juni beträgt die Höchsttemperatur für Biebertal 37°Celsius. Morgen solls noch heißer werden. – Wie geht es Ihnen beim Betrachten der blauen Fotos? Ich finde es angenehm abkühlend.
Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen.


1. Psychologische Wirkung (subjektiv)
Blau wird in der Farbenlehre fest mit Elementen wie Wasser, Eis und dem weiten Himmel assoziiert. Der Anblick wird vom menschlichen Gehirn als beruhigend, Distanz schaffend und Weite vermittelnd interpretiert. In der Raumgestaltung senkt dies den Puls sowie das Stressempfinden und erzeugt so das Gefühl von Frische.

2. Physikalische Reflexion (objektiv)
Als helle, kühle Farbe reflektiert Blau einen größeren Teil des kurzwelligen Sonnenlichts als dunkle Farben. Dadurch heizen sich Oberflächen (wie Fassaden oder Kleidung) weniger stark auf als beispielsweise unter Schwarz oder Rot. Die stärkste passive Kühlwirkung wird durch spezielle Mikro- und Nanostrukturen (oft inspiriert vom blauen Morphofalter) erzielt, die Sonnenlicht gezielt streuen. Reine, extreme Kühleffekte im Außenbereich erfordern jedoch meist Allerweißestes Weiß.

Man macht sich diesen Effekt zunutze z.B. in Schlafzimmern (früher mehr als heute), weil es optisch und psychologisch ein kühles Raumklima schafft. Auch bei der Kleidung wirkt hellblau optisch erfrischend.
Küchen früherer Zeit waren sehr oft weiß-blau gefliest, die Textilien und manches Geschirr waren ebenfalls blau.

Antimikrobielles Blaulicht (Photodesinfektion)

Bestimmte Wellenlängen des sichtbaren blauen Lichts (vor allem zwischen 400 nm und 470 nm) wirken stark keimtötend.

Wirkungsweise: Das Licht regt natürliche, in den Mikroben enthaltene Moleküle (wie Porphyrine) an. Dadurch entstehen hochreaktive Sauerstoffspezies (ROS). Diese schädigen die Zellmembran, zerstören Proteine und fragmentieren die DNA, woraufhin die Zelle abstirbt. Dadurch entstehen hochreaktive Sauerstoffspezies (ROS). Diese schädigen die Zellmembran, zerstören Proteine und fragmentieren die DNA, woraufhin die Zelle abstirbt.
Vorteile: Es wirkt effektiv gegen ein breites Spektrum an Krankheitserregern (Bakterien, Viren, Pilze und Biofilme). Da es sich um einen physikalischen Prozess und nicht um einen Wirkstoff wie bei Antibiotika handelt, ist die Gefahr von Resistenzen äußerst gering. Es gibt bereits spezialisierte Technologien, wie sie etwa zur kontinuierlichen Raumdesinfektion in Kliniken oder der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden.
Anwendungsbeispiel: In der Dermatologie wird blaues Licht erfolgreich zur Behandlung von Akne eingesetzt, da das Bakterium Cutibacterium acnes empfindlich darauf reagiert.
Chirurgen trugen früher meistens blaue Kittel. Das Tragen grüner Kittel hat andere Gründe.

Quellen: National Institute of Health, Bethesda USA und andere

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